
{"id":108,"date":"2020-09-21T14:22:07","date_gmt":"2020-09-21T12:22:07","guid":{"rendered":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/"},"modified":"2025-04-11T09:15:04","modified_gmt":"2025-04-11T07:15:04","slug":"akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/","title":{"raw":"Isch\u00e4mischer Schlaganfall und Transitorische isch\u00e4mische Attacke (TIA)","rendered":"Isch\u00e4mischer Schlaganfall und Transitorische isch\u00e4mische Attacke (TIA)"},"content":{"raw":"<h1>Pr\u00e4hospitalisationsphase<\/h1>\r\nPatienten m\u00fcssen an Ort und Stelle und ohne Zeitverlust klinisch mithilfe geeigneter Scores (mit hoher Sensitivit\u00e4t) eingesch\u00e4tzt und im Hinblick auf eine akute Intervention gescreent werden. F\u00fcr Laien eignet sich der FAST-Test gut.\r\n<h6>FAST \u2013 Face, Arm, Speech (Abnormalities) and Telephone<\/h6>\r\n<table class=\"flex\" style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 75px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 15px\">\r\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">Ja<\/td>\r\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">Nein<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 15px\">\r\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">1. Gesichtsl\u00e4hmung (<strong>F<\/strong>ace)<\/td>\r\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 15px\">\r\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">2. Einseitige Armschw\u00e4che (<strong>A<\/strong>rm)<\/td>\r\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 15px\">\r\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">3. Abnorme Sprache (<strong>S<\/strong>peech)<\/td>\r\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 15px\">\r\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">4. Telefonische Benachrichtigung Notfalldienst (<strong>T<\/strong>elephone)<\/td>\r\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\"><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nGrunds\u00e4tzlich eignet sich das Kriterium eines akut aufgetretenen fokalen neurologischen Defizits (u.a. Sprache, Motorik, Sehst\u00f6rung, schwerer Schwindel) gut f\u00fcr den Entscheid, ob ein Schlaganfall vorliegt. Aufgrund der Behandlungsoption der endovaskul\u00e4ren Therapie, welche nur in Stroke Centers verf\u00fcgbar ist, sollte durch den Rettungsdienst auch die Wahrscheinlichkeit eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses (LVO = large vessel occlusion) beurteilt werden. Hierf\u00fcr schl\u00e4gt die Schweiz. Hirnschlaggesellschaft die RACE-Scale als Instrument vor, die in diesem Setting validiert ist (siehe Richtlinien Neurologie KSSG <span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span>).\r\n<h2>Nach der initialen Einsch\u00e4tzung<\/h2>\r\nBei Verdacht auf Schlaganfall niederschwellig zuweisen, Zielspital anrufen, das einen Akutbehandlungsauftrag im Rahmen eines Schlaganfallnetzwerkes hat (<strong>KSSG: 071 494 11 11<\/strong>, diensthabenden Neurologen verlangen, interne Nummer <strong>9420<\/strong>; Spital Grabs: Dienstarzt Medizin 081 772 52 20) und als Schlaganfall-Notfall anmelden. Patiententransport via Sanit\u00e4tsnotruf 144 oder REGA 1414 anfordern. Fahrt ins Spital mit Sondersignal bei Symptombeginn innerhalb der letzten 24 Stunden.\r\n<ul>\r\n \t<li>Bei einer Entfernung des Ereignisses zum Stroke Center &lt; 20 Minuten sollte das Stroke Center direkt angefahren werden, unabh\u00e4ngig von der Wahrscheinlichkeit eines LVO.<\/li>\r\n \t<li>Falls der Weg zur Stroke Unit k\u00fcrzer ist als zum Stroke Center, scheint das Drip &amp; Ship Konzept (systemische Thrombolyse im n\u00e4chstgelegenen Spital mit Behandlungsauftrag, sekund\u00e4rer Transport bei LVO ins Zentrum) ab einer Transportzeit von &gt; 20 Minuten zwischen den beiden Institutionen Sinn zu ergeben. Die Zeit in der erstversorgenden Stroke Unit von Eintritt bis Weiterverlegung (\u00abdoor-in-to-door-out time\u00bb = \u00abDIDO time\u00bb) muss so kurz wie m\u00f6glich gehalten werden (Ziel: \u00abdoor-to-needle\u00bb: 30 Min., \u00abturnaround\u00bb 20 Min: = \u00abDIDO\u00bb Ziel 50 min; max. 60 Minuten), zus\u00e4tzlich ist auch eine entsprechende Organisation im Stroke Center notwendig, um die \u00abdoor-to-groin-puncture time\u00bb so tief wie m\u00f6glich zu halten (Ziel: 30 Minuten; max. 60 Minuten).<\/li>\r\n \t<li>Fahrtwege weg vom Stroke Center und hin zu einer Stroke Unit von mehr als 10 min. sollten vermieden werden, da dieser Weg bei Verlegung ins Stroke Center nochmals gemacht werden muss.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3>Massnahmen beschr\u00e4nken<\/h3>\r\n<ul>\r\n \t<li>Sicherung der Vitalfunktionen<\/li>\r\n \t<li>Glukosegabe bei Hypoglyk\u00e4mie<\/li>\r\n \t<li>Wenn m\u00f6glich, grosslumigen ven\u00f6sen Zugang kubital anlegen \u2264 17 G\u00a0(weiss, grau oder orange)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3>Unterlassen<\/h3>\r\n<ul>\r\n \t<li>Keine Antithrombotika (z.B. Aspirin, Heparin und \u00e4hnliche) geben (isch\u00e4mischer und h\u00e4morrhagischer Infarkt k\u00f6nnen initial klinisch nicht unterschieden werden)<\/li>\r\n \t<li>In der Regel keine antihypertensive Behandlung (nur wenn &gt; 220 mmHg oder Organmanifestationen gem\u00e4ss interner Algorithmen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Beachten<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Schlaganf\u00e4lle k\u00f6nnen auch im Alter &lt; 45 Jahre auftreten, selbst im Kindesalter.<\/span><\/li>\r\n \t<li>Keine Vorabkl\u00e4rungen in Institutionen durchf\u00fchren, die keinen Akutbehandlungsauftrag haben.<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Wenn m\u00f6glich Begleitperson aus der Familie f\u00fcr Fremdanamnese und allf\u00e4llig notwendige Entscheidungsfindung mitschicken oder zumindest eine Telefonnummer f\u00fcr R\u00fcckfragen notieren.<\/span><\/li>\r\n \t<li>Wenn m\u00f6glich den Ereigniszeitpunkt eruieren (oder den zuletzt symptomfreien Zeitpunkt).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h1>Akutbehandlung des isch\u00e4mischen Schlaganfalles<\/h1>\r\n<h2>Indikationskriterien f\u00fcr eine intraven\u00f6se Thrombolyse oder eine endovaskul\u00e4re Revaskularisation<\/h2>\r\n<div class=\"textbox shaded\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Klinische Diagnose eines isch\u00e4mischen Schlaganfalls<\/li>\r\n \t<li>Ausschluss einer akuten intrakraniellen Blutung im CT oder MRI<\/li>\r\n \t<li>Behinderndes Defizit zum Zeitpunkt der Untersuchung (in der Regel: NIHSS-Score \u2265 4 Punkte) u\/o Aphasie u\/o Hemianopsie<\/li>\r\n \t<li>Intervall zwischen Symptom- und Therapiebeginn 0\u20134.5 Std. f\u00fcr die intraven\u00f6se und 0\u20138 Std. f\u00fcr die endovaskul\u00e4re Behandlung<\/li>\r\n \t<li><span class=\"loose\">Bei Symptombeginn &lt; 24 Std. (inclusive \u00ablast seen well\u00bb &lt; 24 Std.), Nachweis eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses sowie vorhandener Penumbra (CT- oder MRI basiert): endovaskul\u00e4re Behandlung<\/span><\/li>\r\n \t<li>Bei Wake-up-Konstellation oder unklarem zeitlichen Beginn ohne Nachweis eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses, aber mit vorhandener Penumbra (MRI-\/CT basiert), intraven\u00f6se Thrombolyse innerhalb von 9 Std. vom zuletzt symptomfreien Zeitpunkt oder Mittelpunkt zwischen Zubettgehen und Entdecken der Symptome<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\nKontraindikationen f\u00fcr eine intraven\u00f6se oder intraarterielle Thrombolyse k\u00f6nnen unter <a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a> nachgesehen werden und werden in der behandelnden Klinik \u00fcberpr\u00fcft. Viele dieser Kriterien sind relativ. Das Ziel sollte in jedem Fall sein, m\u00f6glichst eine Behandlung durchzuf\u00fchren, sofern nicht klare Gr\u00fcnde dagegen sprechen.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Merkpunkte<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Die systemische Thrombolyse (mit rt-PA) verbessert das Outcome beim akuten isch\u00e4mischen Hirninfarkt.<\/li>\r\n \t<li>Bei proximalen Gef\u00e4ssverschl\u00fcssen bringt die Kombination der systemischen Thrombolyse mit einer endovaskul\u00e4ren Revaskularisation (Bridging) einen klaren Zusatznutzen.<\/li>\r\n \t<li>Ob allein oder in Kombination ist der Nutzen der Interventionen stark zeitabh\u00e4ngig. Zeitvorgaben: \u00abDoor to needle\u00bb: 30 Min. bzw. \u00abDoor to groin puncture\u00bb: 60 Min.<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Die Einnahme von Aspirin und\/oder Clopidogrel kontraindizieren die Thrombolyse nicht. Bei Kombination beider Substanzen muss aber mit einer erh\u00f6hten Blutungsrate gerechnet werden.<\/span><\/li>\r\n \t<li>Bei therapeutischer, oraler Antikoagulation mit einem Vit. K-Antagonisten (INR &gt; 1.7) oder einem NOAK kann bei akutem Verschluss eines proximalen Gef\u00e4sses mittels endovaskul\u00e4rer Revaskularisation behandelt werden.<\/li>\r\n \t<li>Ein fortgeschrittenes Alter (&gt; 80 Jahre) ist kein Ausschlusskriterium f\u00fcr eine Behandlung.<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Nach Thrombolyse\/endovaskul\u00e4rer Revaskularisation: keine Gabe von Antiaggregantien\/Antikoagulantien w\u00e4hrend 24 Std. bis zur Durchf\u00fchrung einer zerebralen Bildgebung zum Ausschluss einer relevanten Einblutung. Ausnahmen sind besondere Umst\u00e4nde, wie eine Dissektion, akutes Stenting extra- und intrakraniell\u00a0(individueller Entscheid).<\/span><\/li>\r\n \t<li>Falls keine Thrombolyse m\u00f6glich ist, soll die mechanische Thrombektomie als alleinige Akuttherapie erwogen werden.<\/li>\r\n \t<li>Wenn keine Thrombolyse und keine endovaskul\u00e4re Revaskularisation m\u00f6glich ist (Kontraindikation, Zeitfenster \u00fcberschritten etc.) Gabe von 250 mg Aspirin iv (alternativ 300 mg po) und Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin sc, nach der Durchf\u00fchrung einer zerebralen Bildgebung zum Blutungsausschluss.<\/li>\r\n \t<li>Bestehen Hinweise auf eine kardiale Embolie wird 24 Std. postinterventionell mit intraven\u00f6sem Heparin begonnen, initial mit 10'000 E\/24h. Im Verlauf erfolgt abh\u00e4ngig von der Infarktgr\u00f6sse[footnote]Zeit bis Beginn OAK: TIA: sofort; kleiner Infarkt: 3\u20135 Tage; mittelgrosser Infarkt: 5\u20137 Tage; grosser Infarkt: 14 Tage[\/footnote] eine therapeutische Antikoagulation. Ein fr\u00fcherer Beginn wird aktuell in mehreren grossen Studien untersucht und erscheint nach ersten Ergebnissen sicher zu sein.<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Die akute (revaskularisierende) Schlaganfallakutbehandlung (mechanische Thrombektomie\/systemische Thrombolyse) ist bis 24 Std. nach Symptombeginn respektive bei Wake up stroke m\u00f6glich. Die Triage muss in einem daf\u00fcr qualifizierten Spital (Stroke Unit, Stroke Center) erfolgen.<\/span><\/li>\r\n \t<li>Eine signifikante neurologische Besserung mit sekund\u00e4rer Verschlechterung ist in der Akutsituation m\u00f6glich, weshalb eine kontinuierliche \u00dcberwachung \u00fcber mindestens 24 Std. indiziert ist.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h1>Probleme in der akuten und postakuten Phase<\/h1>\r\n<span class=\"tight\">In der akuten bzw. postakuten Phase k\u00f6nnen spezifische neurologische und internistische Probleme zu lebensbedrohlichen Komplikationen f\u00fchren oder durch Interaktion mit der zerebrovaskul\u00e4ren Reserve das neurologische Outcome beeintr\u00e4chtigen. Entsprechend ist die Betreuung des akuten Schlaganfallpatienten durch ein erfahrenes Behandlungsteam (Stroke Unit) mit einem besseren Outcome assoziiert.<\/span>\r\n<h2>Dysphagie nach Schlaganfall<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Schluckst\u00f6rungen nach Schlaganfall sind h\u00e4ufig (bis 50%).<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Wegen des Aspirationsrisikos und des Risikos der Mangelern\u00e4hrung muss systematisch nach einer Schluckst\u00f6rung gesucht (Dysphagiescreening) und allenfalls therapeutische Schritte eingeleitet werden. N\u00e4here Informationen unter: <a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Probleme, welche die zerebrovaskul\u00e4re Reserve beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Hochgradige Stenose der A. carotis interna<\/li>\r\n \t<li>Arterielle Hypertonie und Hypotonie<\/li>\r\n \t<li>Tachy- und Bradyarrhythmie, meist i.R. eines Vorhofflimmerns<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Masseneffekt durch malignes Hirn\u00f6dem[footnote]Empfehlungen der schweizerischen Arbeitsgruppe: International Journal of Stroke 2009; 4:218\u2013223[\/footnote]<\/h2>\r\n<div class=\"textbox shaded\">\r\n\r\nIndikation f\u00fcr fr\u00fchzeitige (24\u201348 Std.) parieto-temporale Sch\u00e4deldekompression bei malignem Mediainfarkt:\r\n<ul>\r\n \t<li>Alter &lt; 60 (\u201370) Jahre<\/li>\r\n \t<li>Symptombeginn vor &lt; 24 Std. (in Ausnahmef\u00e4llen auch sp\u00e4ter)<\/li>\r\n \t<li>Im CT oder MRI Infarktzeichen, die mindestens die H\u00e4lfte des Mediastromgebietes umfassen<\/li>\r\n \t<li>Mutmasslicher Wille des Patienten f\u00fcr ein aktives Vorgehen<\/li>\r\n \t<li>Keine Kontraindikationen f\u00fcr eine Operation<\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Ein erfolgloser Rekanalisationsversuch bzw. erfolglose Thrombolyse ist ein weiteres Argument f\u00fcr eine Hemikraniektomie<\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox shaded\">\r\n\r\nIndikation f\u00fcr okzipitale Sch\u00e4deldekompression bei Kleinhirninfarkt, meist erg\u00e4nzt durch externe Ventrikeldrainage (EVD):\r\n<ul>\r\n \t<li><span class=\"tight\">Zeichen einer progressiven Druckerh\u00f6hung im Hirnstammbereich<\/span><\/li>\r\n \t<li>Radiologisch sichtbare Raumforderung<\/li>\r\n \t<li>Mutmasslicher Wille des Patienten f\u00fcr ein aktives Vorgehen<\/li>\r\n \t<li>Keine Kontraindikationen f\u00fcr eine Operation<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<h2>Seltene Probleme<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Zentrale Apnoe und Hypopnoe bei medull\u00e4ren Infarkten<\/li>\r\n \t<li>Behandlungsbed\u00fcrftiges obstruktives Schlafapnoesyndrom<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Internistische Probleme in der akuten und postakuten Phase<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bei Temp. &gt; 38.0 \u00b0C (tympanal) antipyretische Therapie (physikalisch, medikament\u00f6s [Paracetamol oder Metamizol]) einsetzen. Fokussuche (Anamnese, Blutkulturen, Thorax-R\u00f6ntgenbild <span class=\"tight\">[<\/span>Aspirationspneumonie?], Urinstatus), damit bei bakteriellem Infekt eine gezielte antibiotische Therapie zeitnah begonnen werden kann.<\/li>\r\n \t<li>Grundinfusion NaCl 0.9% oder Ringerlactat. Hypotone Infusionsl\u00f6sungen wie z.B. Glukose 5% vermeiden (Cave: Hirn\u00f6dem).<\/li>\r\n \t<li>Thromboembolieprophylaxe: bei eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t (und fehlenden Kontraindikationen) Gabe von niedermolekularem Heparin sc in prophylaktischer Dosierung. Bei Kontraindikationen intermittierende pneumatische Kompression der Beine.<\/li>\r\n \t<li>Blutzucker: engmaschige Kontrolle (Blutzuckertagesprofil) und N\u00fcchtern-Werte zwischen 5.5 und 10.0 mmol\/l anstreben.<\/li>\r\n \t<li>Rasche Wiederaufnahme der enteralen Ern\u00e4hrung (bei Thrombolyse fr\u00fchestens am n\u00e4chsten Tag), bei Dysphagie mittels nasogastraler Sonde. Parenterale Ern\u00e4hrung nur in Ausnahmef\u00e4llen.<\/li>\r\n \t<li>Sauerstoffgabe: Sauerstoffs\u00e4ttigungs-Ziel &gt;\u00a092%.<\/li>\r\n \t<li>Blutdruck: Vor Beginn der Thrombolyse sind Werte von 185\/110 mmHg, in den ersten 24 Stunden danach \u2264 180\/105 mmHg anzustreben, aber schnelle Blutdruckabf\u00e4lle um &gt; 20% des Ausgangswertes zu vermeiden. Ohne medikament\u00f6se oder mechanische Rekanalisation wird eine akute Behandlungsbed\u00fcrftigkeit erst bei persistierenden Werten &gt; 200\/120 mmHg resp. Organmanifestationen (kardiale Isch\u00e4mie, Herzinsuffzienz, Aortendissektion, hypertensive Enzephalopathie, Eklampsie) angenommen. Bei LVO, Blutdruck vor Wiederer\u00f6ffnung \u00fcber 140\/90 mmHg halten, anschliessend darunter. Vorsichtiger (Wieder-) Beginn der antihypertensiven Therapie nach 24- 72 Std.<\/li>\r\n \t<li>Die Blutdruckuntergrenze richtet sich nach dem klinischen Bild, als Faustregel gilt &gt; 120 mmHg systolisch. Symptomatische Hypotonien prim\u00e4r mit Volumengabe (NaCl 0.9% iv) behandeln.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h1>Transitorische Isch\u00e4mische Attacke (TIA)<\/h1>\r\nDie transitorische isch\u00e4mische Attacke (TIA) wird als neurologischer Notfall angesehen, da das Risiko, einen schweren Schlaganfall zu erleiden innerhalb der ersten 48 Std. bei bis zu 12% liegt. Deshalb m\u00fcssen unter den TIA-Patienten die Hochrisiko-Patienten rasch identifiziert werden. Als solche gelten alle mit einem ABCD<sup>3<\/sup>- resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score von 4 Punkten und mehr. Dabei beinhaltet der bessere und bei uns angewendete ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score zus\u00e4tzlich den m\u00f6glichen Nachweis einer ipsilateralen Stenose von mehr als 50% (CTA oder Doppler-\/Duplexsonografie) und einer DWI-L\u00e4sion. Abh\u00e4ngig von der Einsch\u00e4tzung des Rezidivrisikos und der Latenz nach der TIA, der Risikokonstellation und den lokal verf\u00fcgbaren Ressourcen soll der Entscheid f\u00fcr eine rasche ambulante oder station\u00e4re Abkl\u00e4rung gef\u00e4llt werden. Durch eine rasche Abkl\u00e4rung und Behandlung k\u00f6nnen ca. 80% der Rezidive verhindert werden.\r\n<h2>Risikoeinsch\u00e4tzung anhand des ABCD<sup>3<\/sup>- und ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score<\/h2>\r\n<table class=\"flex\" style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\"><caption>Wenn die Kriterien nicht zutreffen, werden 0 Punkte vergeben. NA = nicht zutreffend<\/caption>\r\n<thead>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">ABCD<sup>3<\/sup>-Score<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Alter<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\">\u2265 60 Jahre<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Blutdruck<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\">\u2265 140\/90 mmHg<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Klinische Faktoren<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\">\r\n<p class=\"tippy-363\">Sprachst\u00f6rung <strong>ohne<\/strong> bzw.<\/p>\r\n<strong>mit<\/strong> halbseitige Schw\u00e4che<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1\r\n\r\n2<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">1\r\n\r\n2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Dauer<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\">10\u201359 Minuten\r\n\r\n\u2265 60 Minuten<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1\r\n\r\n2<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">1\r\n\r\n2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Diabetes mellitus<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Vorangegangene TIA in den letzten 7 Tagen<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">Ipsilaterale \u2265 50%ige Stenose der A. carotis interna<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">NA<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\">DWI-L\u00e4sion im MRT<\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\">NA<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 33.0965%\"><strong>Summe<\/strong><\/td>\r\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.3867%\"><strong>0\u20139<\/strong><\/td>\r\n<td style=\"width: 14.6641%\"><strong>0\u201313<\/strong><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n[caption id=\"attachment_107\" align=\"alignnone\" width=\"2031\"]<img class=\"wp-image-106 size-full\" src=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166.jpg\" alt=\"\" width=\"2031\" height=\"2411\" \/> <sup>1<\/sup> CT-Angio (extra- und intrakraniell) oder Duplexsonografie der hirnzuf\u00fchrenden Gef\u00e4sse (extra- und transkraniell). Notfall-MRI innerhalb von 24 Std., nicht zwingend am gleichen Tag und nur, wenn ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score 0\u20133 <br \/><sup>2<\/sup> ABCD<sup>3<\/sup> resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score &gt; 4 Punkte <br \/><sup>3<\/sup> Co-Morbidit\u00e4ten beachten wie Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris<br \/><sup>4<\/sup> Der Entscheid, ob der Patient auf die NIPS aufgenommen wird, kann der entsprechenden Indikationsliste entnommen werden. Bei TIAs sind dies: ABCD<sup>3<\/sup> resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score &gt; 4 Punkte, Vorhofflimmern, andere schwere Co-Morbidit\u00e4ten[\/caption]\r\n<h1>Sekund\u00e4rpr\u00e4vention nach Schlaganfall\/TIA<\/h1>\r\n<h2>Pharmakotherapie<\/h2>\r\n<h3>Antithrombotische Behandlung<\/h3>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der Regel Aspirin 300 mg\/Tag f\u00fcr 7 Tage, danach 100 mg\/Tag<\/li>\r\n \t<li>Bei TIA mit mindestens m\u00e4ssigem Risiko f\u00fcr einen isch\u00e4mischen Hirninfarkt (ABCD2-Score \u2265 4 Punkte) oder leichtem Schlaganfall (NIHSS \u2264 5) vor nicht mehr als 24h, vor\u00fcbergehend (3 Wochen) duale Thrombozytenaggregationshemmung mit Aspirin 100 mg\/Tag + Clopidogrel 75 mg\/Tag (initiale Aufs\u00e4ttigungsdosis Clopidogrel: 300mg; nicht nach Akuttherapie)<\/li>\r\n \t<li>In ausgew\u00e4hlten F\u00e4llen mit sehr hohem Schlaganfallrezidivrisiko (hochgradige intra-\/extrakranielle Stenose, ulzerierte Plaque, positives Embolie-Monitoring in der Dopplersonografie unter Aspirin): Aspirin 100 mg\/Tag + Clopidogrel 75 mg\/Tag (initiale Aufs\u00e4ttigungsdosis Clopidogrel 300mg) f\u00fcr maximal 3 Monate<\/li>\r\n \t<li>Extrakranielle Gef\u00e4ssdissektion (3\u20136 Monate): Aspirin 100 mg\/Tag oder orale Antikoagulation mit <span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon<\/span> (Marcoumar [Ziel-INR 2\u20133])<\/li>\r\n \t<li>Eine doppelte Thrombozytenaggregationshemmung von &gt; 3 Monaten ist aus rein neurologischer Sicht nicht indiziert, da das Blutungsrisiko den sekund\u00e4rprophylaktischen Nutzen \u00fcberwiegt.<\/li>\r\n \t<li>Bei Therapieversagen Wirksamkeit der Thrombozytenaggregationshemmer durch den Multiplate-Test in vitro pr\u00fcfen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3>Behandlung mit Antikoagulantien<\/h3>\r\nIndikation zur oralen Antikoagulation (OAK)[footnote]Bei akutem Territorialinfarkt volle Antikoagulation nur in Ausnahmef\u00e4llen (Gef\u00e4ssdissektion, Sinus-\/Hirnvenenthrombose, linksventr. Thrombus, flottierender Thrombus in der ACI) zu erw\u00e4gen. Ansonsten in den ersten 7 Tagen keine therapeutische Verl\u00e4ngerung der PTT\/PiCT anstreben.[\/footnote]:\r\n<ul>\r\n \t<li>Kardiale Emboliequelle:\r\n<ul>\r\n \t<li>Vorhofflimmern: siehe entsprechendes Kapitel <a class=\"pag\" href=\"#VHFL\">Seite <\/a>\r\n<ul data-flite-list-id=\"flite-list-9114\">\r\n \t<li><span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>Klassifizierung valvul\u00e4r vs. nicht-valvul\u00e4r\u00bb<span class=\"loose\">[footnote]NOAKs sind bei valvul\u00e4rem Vorhofflimmern kontraindiziert.[\/footnote]<\/span> siehe <a class=\"pag\" href=\"#VHFLimKlassefizierung\">Seite<\/a><\/li>\r\n \t<li><span class=\"tippy-13\">Nicht-valvul\u00e4res Vorhofflimmern: <\/span> gem\u00e4ss <span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>CHA<sub>2<\/sub>DS<sub>2<\/sub>-VASc Score\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#CHA-Score\">Seite<\/a> und <span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>HAS-BLED Score\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#HAS-BLED-Score\">Seite<\/a><\/li>\r\n \t<li>Bei Vorhofflimmern und Koronarer Herzkrankheit: siehe \u00abVorgehen bei Indikation f\u00fcr Thrombozytenaggregationshemmer und OAK\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#Vorgehen\">Seite<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n \t<li>Mechanische und biologische Herzklappen[footnote]<span class=\"tippy-165\">NOAKs sind bei mechanischen Klappen kontraindiziert. <\/span>Bei isch\u00e4mischem Schlaganfall\/TIA trotz ad\u00e4quater OAK, Zugabe von 100 mg Aspirin\/Tag, falls kein hohes Blutungsrisiko vorliegt.[\/footnote]: siehe Kapitel Valvul\u00e4re Herzerkrankung \u00abFollow-up\u00bb <a class=\"pag\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/valvulaere-herzerkrankungen#VHEFollowupKlappenerkrankungen\">Seite<\/a>.<\/li>\r\n \t<li>Linksventrikul\u00e4rer Thrombus: Vitamin K-Antagonist (i.d.R. <span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon <span class=\"tight\">[<\/span>Marcoumar<\/span>]\u00a0<span class=\"tight\"><span class=\"tight\">Ziel-INR: 2\u20133) oder ggf. NOAK f\u00fcr mind. 3 Monate[footnote]<span class=\"tight\"><span class=\"tight\">Dauer abh\u00e4ngig vom echokardiografischen Verlauf[\/footnote]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/li>\r\n \t<li>Akutes Koronarsyndrom mit Herzwandaneurysma mit\/ohne Nachweis eines linksventr. Thrombus: siehe Kapitel ACS \u00abAntithrombotische Therapie bei PCI und Indikation einer OAK\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#Antithrombotisch\">Seite<\/a> in R\u00fccksprache mit dem behandelnden Kardiologen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n \t<li>Sinus-\/Hirnvenenthrombose: Vitamin K-Antagonist (i.d.R. <span data-flite-cid=\"37\" data-username=\"nina.eppinger@kssg.ch\" data-userid=\"146\" data-flite-marked=\"1\" data-changedata=\"\" data-time=\"1614814592739\" data-last-change-time=\"1675285384626\"><span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon<\/span> <span class=\"tippy-8\"><span class=\"tight\">[<\/span>Marcoumar<\/span>] mit Ziel-INR: 2\u20133) f\u00fcr 3-6 Monate<\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3>Empfehlungen f\u00fcr die Behandlung der arteriellen Hypertonie<\/h3>\r\n<ul>\r\n \t<li>Blutdruck-Ziel &lt; 130\/80 mmHg niedriger, falls gut toleriert.<\/li>\r\n \t<li>ACE-Hemmer in Kombination mit thiazid\u00e4hnlichen Diuretika sind erste Wahl. Alternativ Kalziumantagonisten und Angiotensin-Rezeptor-Blocker. Keine Kombination von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blocker und Reninhemmern. Betablocker geh\u00f6ren in dieser Situation nicht zu den Antihypertensiva der ersten Wahl. Die Auswahl des Medikamentes muss den Begleiterkrankungen (KHK, PAVK, D.m., Niereninsuffizienz) angepasst werden.<\/li>\r\n \t<li>Gewichtsreduktion, k\u00f6rperliches Training, mediterrane Ern\u00e4hrung und Einschr\u00e4nkung des Alkoholkonsums helfen bei der Blutdrucksenkung und sollten die medikament\u00f6se Therapie erg\u00e4nzen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3>Empfehlungen f\u00fcr die medikament\u00f6se Lipidsenkung<\/h3>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bei Patienten mit isch\u00e4mischem Hirninfarkt ist eine Therapie mit einem potenten Lipidsenker (Statin) unabh\u00e4ngig von den Ausgangswerten indiziert. Zielwert LDL &lt; 1.8 mmol\/l (&lt; 1.4 mmol\/l bei Makroangiopathie)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h1>Hochgradige Karotisstenose<\/h1>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bei hochgradigen, symptomatischen Karotisstenosen (&gt; 70% [distaler Stenosegrad\/NASCET]) ist ein Stenting oder eine Endarteriektomie indiziert.<\/li>\r\n \t<li>Der Nutzen der invasiven Therapie nimmt mit progredientem Stenosegrad zu. Er ist geringer bei einem Stenosegrad zwischen 50 und 70%, bei Frauen und wenn der Eingriff mehr als 12. Wochen nach dem Ereignis durchgef\u00fchrt wird.<\/li>\r\n \t<li>Der Zeitraum zwischen Ereignis und invasiver Therapie sollte mit Thrombozytenaggregationshemmern \u00fcberbr\u00fcckt werden. Ist eine Stenose unter einem Thrombozytenaggregationshemmer symptomatisch geworden, empfiehlt sich die Kombination von Aspirin 100 mg\/Tag mit Clopidogrel 75 mg\/Tag bis zur Operation. Danach Aspirin 100 mg\/Tag. Zudem sollte bis zum Eingriff ein hochpotentes und hochdosiertes Statin (z.B. Atorvastatin 80 mg\/Tag) verabreicht werden. Wird prim\u00e4r ein Stenting erwogen, soll mindestens eine Woche vorher eine Kombination von Aspirin 100 mg\/Tag mit Clopidogrel 75 mg\/Tag durchgef\u00fchrt und das Ansprechen 1 Tag vor dem Eingriff mittels Multiplate-Tests \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/li>\r\n \t<li>Die Karotisangioplastie mit Stenteinlage hat im Vergleich zur operativen Therapie in Bezug auf das periprozedurale Risiko bei der Behandlung symptomatischer Karotisstenosen ein leicht erh\u00f6htes Kurzzeitrisiko (insbesondere bei Patienten &gt; 70 Jahre).<\/li>\r\n \t<li>Bei unter 70-J\u00e4hrigen ist das periprozedurale Risiko des Stentings vergleichbar mit demjenigen der Endarterektomie.<\/li>\r\n \t<li>Die Langzeitergebnisse (10 Jahre) bez\u00fcglich Schlaganfall und Restenoserate sind f\u00fcr beide Verfahren vergleichbar.<\/li>\r\n \t<li>Die Karotisendarterektomie ist derzeit die Therapie der ersten Wahl bei Patienten \u00fcber 70 Jahre. Bis 70 Jahre sind beide Verfahren als gleichwertig einzustufen. Ein Stenting ist Therapie der Wahl bei Patienten mit Rezidivstenose nach TEA, hochgradiger Stenose nach Strahlentherapie, kontralateralem Verschluss oder hoch sitzender Bifurkation und einer chirurgischen Intervention schwer zug\u00e4nglichen Stenose sowie bei Hochrisikopatienten.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h1>Persistierendes Foramen ovale, PFO<\/h1>\r\n<strong>Entscheidungsbaum PFO-Verschluss <\/strong>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_107\" align=\"alignnone\" width=\"2031\"]<img class=\"wp-image-107 size-full\" src=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222.jpg\" alt=\"\" width=\"2031\" height=\"1252\" \/> *Sofern technisch m\u00f6glich und Einwilligung (\u00abshared decision making\u00bb) des Patienten vorliegend; immer medikament\u00f6se Sekund\u00e4rprophylaxe (Thrombozytenaggregationshemmer); <br \/>**ASCOD = Ph\u00e4notypisierung des isch\u00e4mischen Schlaganfalles (A: Makroangiopathie, S: Mikroangiopathie, C: kardiale Pathologie, O: andere Ursachen, D: Dissektion (Amarenco, et al. Cerebrovasc Dis 2013;36:1-5)[\/caption]\r\n<h2>PFO-Verschluss<\/h2>\r\nDie Empfehlung f\u00fcr\/gegen einen PFO-Verschluss ist stets ein individueller Entscheid im interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquium und nach sorgf\u00e4ltiger \u00e4tiologischer Abkl\u00e4rung:\r\n<ul>\r\n \t<li>MRI Neurokranium: Infarktmuster embolisch versus lakun\u00e4r?<\/li>\r\n \t<li>Darstellung der hirnversorgenden Gef\u00e4sse (CT-Angiografie und\/oder MR-Angiografie und\/oder Doppler\/Duplexsonografie der extrakraniellen hirnversorgenden Gef\u00e4sse)<\/li>\r\n \t<li>Transthorakale Echokardiografie: Suche nach kardialer Emboliequelle. Insb. bei &lt; 60 J\u00e4hrigen: Frage nach Shunt \/ PFO, bei unklarem Befund transkranieller Doppler (\u00abBubble-Test\u00bb)<\/li>\r\n \t<li>7d-Holter-EKG (30d-Holter bzw. implantierbarer Rhythmusrecorder bei entsprechendem Risikoprofil siehe Richtlinien Neurologie KSSG <span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span>)<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDer <strong>RoPE-Score<\/strong> erlaubt es, bei Patienten mit \u00e4tiologisch ungekl\u00e4rtem Schlaganfall und PFO die Wahrscheinlichkeit eines inzidentellen versus eines pathogenen PFO abzusch\u00e4tzen. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass ein RoPE-Score von <strong>\u2265 6 auf ein pathogenes PFO hinweisend<\/strong> ist.\r\n<table border=\"0\"><caption>Kent, et al. Trials 2011;12:185; Kent, et al. Neurology 2013;81:619\u2013625.<\/caption>\r\n<tbody>\r\n<tr class=\"shaded\">\r\n<td>RoPE-Score<\/td>\r\n<td>Punkte<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Keine arterielle Hypertonie<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Kein Diabetes<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Kein(e) Stroke\/TIA in der Vorgeschichte<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Nichtraucher<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Kortikaler Infarkt (CT\/MRI)<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter 18\u201329 Jahre<\/td>\r\n<td>5<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter 30\u201339 Jahre<\/td>\r\n<td>4<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter 40\u201349 Jahre<\/td>\r\n<td>3<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter 50\u201359 Jahre<\/td>\r\n<td>2<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter 60\u201369 Jahre<\/td>\r\n<td>1<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Alter \u2265 70 Jahre<\/td>\r\n<td>0<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td><strong>Total<\/strong><\/td>\r\n<td><strong>10<\/strong><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nFolgende <strong>Kriterien in der Echokardiografie<\/strong> (transthorakale und \u00f6esophageale Untersuchung) sprechen f\u00fcr eine <strong>Hochrisikokonstellation (\u00abHochrisiko-PFO\u00bb)<\/strong>:\r\n<ul>\r\n \t<li>Hypermobiles interatriales Septum \/ Vorhofseptum-Aneurysma<\/li>\r\n \t<li>Grosser Rechts-Links-Shunt (\u00dcbertritt &gt; 30 Microbubbles\u00a0innerhalb von 3 Herzzyklen)<\/li>\r\n \t<li>PFO-Durchmesser \u2265 2 mm<\/li>\r\n \t<li>Ausgepr\u00e4gte Eustachische Klappe oder Chiari-Netzwerk<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<div class=\"textbox shaded\">Im Falle eines Rezidivs ist eine erneute \u00e4tiologische Abkl\u00e4rung indiziert.<\/div>\r\n<h2>Medikament\u00f6se Behandlung nach interventionellem PFO-Verschluss mittels Device [footnote]Prozedere wird im KSSG im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquiums festgelegt[\/footnote]<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Vaskul\u00e4re Risikofaktoren sind unabh\u00e4ngig von einem etwaigen PFO-Verschluss gem\u00e4ss der \u00fcblichen Risikostratifizierung zu therapieren.<\/li>\r\n \t<li class=\"tippy-16\">Eine Thrombozytenaggregationshemmung ist in der Regel unabh\u00e4ngig vom Entscheid f\u00fcr einen PFO-Verschluss dauerhaft indiziert (als Einzelfallentscheid ggf. alternativ OAK (NOAK), insb. wenn kein Verschluss und\/oder bei Rezidiv).<\/li>\r\n \t<li>Nach einem PFO-Verschluss bedarf es einer mindestens dreimonatigen dualen Thrombozytenaggregationshemmung.<\/li>\r\n \t<li>Bei Verschluss mittels Device ist eine Endokarditis-Prophylaxe (orange) f\u00fcr 6 Monate nach PFO-Verschluss zwingend indiziert.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Periinterventionelles Management bei Patienten nach isch\u00e4mischem Schlaganfall unter oraler Antikoagulation (OAK)<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Siehe Kapitel \u00abPeriinterventionelles Management unter gerinnungshemmender Medikation\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#PeriiMgmt\">Seite<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h1>Quellen\/Links<\/h1>\r\n<ul>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/www.kssg.ch\/stroke\">www.strokeunit.kssg.ch<\/a><\/li>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a> (Richtlinien Ostschweizer Schlaganfallnetzwerk)<\/li>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/www.neurovasc.ch\/\">www.neurovasc.ch<\/a><\/li>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/eso-stroke.org\/\">www.eso-stroke.org<\/a><\/li>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/www.awmf.org\/fachgesellschaften\/deutsche-schlaganfall-gesellschaft-e-v-dsg\">https:\/\/www.awmf.org\/fachgesellschaften\/deutsche-schlaganfall-gesellschaft-e-v-dsg<\/a><\/li>\r\n \t<li><span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.stroke.org\">www.stroke.org<\/a><\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n\r\nDr. Jochen Vehoff\r\nPD Dr. Georg K\u00e4gi\r\nDr. Sebastian Kopp\r\nDr. Gian-Reto Kleger\r\nDr. Elke Schmidt","rendered":"<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-grey ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title ez-toc-toggle\" style=\"cursor:pointer\">Kapitelinhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Praehospitalisationsphase\" >Pr\u00e4hospitalisationsphase<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Nach_der_initialen_Einschaetzung\" >Nach der initialen Einsch\u00e4tzung<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Massnahmen_beschraenken\" >Massnahmen beschr\u00e4nken<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Unterlassen\" >Unterlassen<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Beachten\" >Beachten<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Akutbehandlung_des_ischaemischen_Schlaganfalles\" >Akutbehandlung des isch\u00e4mischen Schlaganfalles<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Indikationskriterien_fuer_eine_intravenoese_Thrombolyse_oder_eine_endovaskulaere_Revaskularisation\" >Indikationskriterien f\u00fcr eine intraven\u00f6se Thrombolyse oder eine endovaskul\u00e4re Revaskularisation<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-8\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Merkpunkte\" >Merkpunkte<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-9\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Probleme_in_der_akuten_und_postakuten_Phase\" >Probleme in der akuten und postakuten Phase<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-10\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Dysphagie_nach_Schlaganfall\" >Dysphagie nach Schlaganfall<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-11\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Probleme_welche_die_zerebrovaskulaere_Reserve_beeintraechtigen_koennen\" >Probleme, welche die zerebrovaskul\u00e4re Reserve beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-12\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Masseneffekt_durch_malignes_HirnoedemfootnoteEmpfehlungen_der_schweizerischen_Arbeitsgruppe_International_Journal_of_Stroke_2009_4_218%E2%80%93223footnote\" >Masseneffekt durch malignes Hirn\u00f6dem<a class=\"footnote\" title=\"Empfehlungen der schweizerischen Arbeitsgruppe: International Journal of Stroke 2009; 4:218\u2013223\" id=\"return-footnote-108-1\" href=\"#footnote-108-1\" aria-label=\"Footnote 1\"><sup class=\"footnote\">[1]<\/sup><\/a><\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-13\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Seltene_Probleme\" >Seltene Probleme<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-14\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Internistische_Probleme_in_der_akuten_und_postakuten_Phase\" >Internistische Probleme in der akuten und postakuten Phase<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-15\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Transitorische_Ischaemische_Attacke_TIA\" >Transitorische Isch\u00e4mische Attacke (TIA)<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-16\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Risikoeinschaetzung_anhand_des_ABCD3%E2%80%93_und_ABCD3-I-Score\" >Risikoeinsch\u00e4tzung anhand des ABCD3&#8211; und ABCD3-I-Score<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-17\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Sekundaerpraevention_nach_SchlaganfallTIA\" >Sekund\u00e4rpr\u00e4vention nach Schlaganfall\/TIA<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-18\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Pharmakotherapie\" >Pharmakotherapie<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-19\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Antithrombotische_Behandlung\" >Antithrombotische Behandlung<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-20\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Behandlung_mit_Antikoagulantien\" >Behandlung mit Antikoagulantien<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-21\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Empfehlungen_fuer_die_Behandlung_der_arteriellen_Hypertonie\" >Empfehlungen f\u00fcr die Behandlung der arteriellen Hypertonie<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-22\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Empfehlungen_fuer_die_medikamentoese_Lipidsenkung\" >Empfehlungen f\u00fcr die medikament\u00f6se Lipidsenkung<\/a><\/li><\/ul><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-23\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Hochgradige_Karotisstenose\" >Hochgradige Karotisstenose<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-24\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Persistierendes_Foramen_ovale_PFO\" >Persistierendes Foramen ovale, PFO<\/a><ul class='ez-toc-list-level-2' ><li class='ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-25\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#PFO-Verschluss\" >PFO-Verschluss<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-26\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Medikamentoese_Behandlung_nach_interventionellem_PFO-Verschluss_mittels_Device_footnoteProzedere_wird_im_KSSG_im_Rahmen_des_interdisziplinaeren_PFO-Kolloquiums_festgelegtfootnote\" >Medikament\u00f6se Behandlung nach interventionellem PFO-Verschluss mittels Device <a class=\"footnote\" title=\"Prozedere wird im KSSG im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquiums festgelegt\" id=\"return-footnote-108-2\" href=\"#footnote-108-2\" aria-label=\"Footnote 2\"><sup class=\"footnote\">[2]<\/sup><\/a><\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-27\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#Periinterventionelles_Management_bei_Patienten_nach_ischaemischem_Schlaganfall_unter_oraler_Antikoagulation_OAK\" >Periinterventionelles Management bei Patienten nach isch\u00e4mischem Schlaganfall unter oraler Antikoagulation (OAK)<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-1'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-28\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/akutbehandlung-und-sekundaerpraevention-beim-ischaemischen-schlaganfall-und-der-transitorischen-ischaemischen-attacke-tia\/#QuellenLinks\" >Quellen\/Links<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Praehospitalisationsphase\"><\/span>Pr\u00e4hospitalisationsphase<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<p>Patienten m\u00fcssen an Ort und Stelle und ohne Zeitverlust klinisch mithilfe geeigneter Scores (mit hoher Sensitivit\u00e4t) eingesch\u00e4tzt und im Hinblick auf eine akute Intervention gescreent werden. F\u00fcr Laien eignet sich der FAST-Test gut.<\/p>\n<h6>FAST \u2013 Face, Arm, Speech (Abnormalities) and Telephone<\/h6>\n<table class=\"flex\" style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 75px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 15px\">\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\"><\/td>\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">Ja<\/td>\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">Nein<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 15px\">\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">1. Gesichtsl\u00e4hmung (<strong>F<\/strong>ace)<\/td>\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 15px\">\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">2. Einseitige Armschw\u00e4che (<strong>A<\/strong>rm)<\/td>\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 15px\">\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">3. Abnorme Sprache (<strong>S<\/strong>peech)<\/td>\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\">\u2610<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 15px\">\n<td style=\"width: 72.2008%;height: 15px\">4. Telefonische Benachrichtigung Notfalldienst (<strong>T<\/strong>elephone)<\/td>\n<td style=\"width: 10.3282%;height: 15px\"><\/td>\n<td style=\"width: 17.3745%;height: 15px\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Grunds\u00e4tzlich eignet sich das Kriterium eines akut aufgetretenen fokalen neurologischen Defizits (u.a. Sprache, Motorik, Sehst\u00f6rung, schwerer Schwindel) gut f\u00fcr den Entscheid, ob ein Schlaganfall vorliegt. Aufgrund der Behandlungsoption der endovaskul\u00e4ren Therapie, welche nur in Stroke Centers verf\u00fcgbar ist, sollte durch den Rettungsdienst auch die Wahrscheinlichkeit eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses (LVO = large vessel occlusion) beurteilt werden. Hierf\u00fcr schl\u00e4gt die Schweiz. Hirnschlaggesellschaft die RACE-Scale als Instrument vor, die in diesem Setting validiert ist (siehe Richtlinien Neurologie KSSG <span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span>).<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Nach_der_initialen_Einschaetzung\"><\/span>Nach der initialen Einsch\u00e4tzung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Bei Verdacht auf Schlaganfall niederschwellig zuweisen, Zielspital anrufen, das einen Akutbehandlungsauftrag im Rahmen eines Schlaganfallnetzwerkes hat (<strong>KSSG: 071 494 11 11<\/strong>, diensthabenden Neurologen verlangen, interne Nummer <strong>9420<\/strong>; Spital Grabs: Dienstarzt Medizin 081 772 52 20) und als Schlaganfall-Notfall anmelden. Patiententransport via Sanit\u00e4tsnotruf 144 oder REGA 1414 anfordern. Fahrt ins Spital mit Sondersignal bei Symptombeginn innerhalb der letzten 24 Stunden.<\/p>\n<ul>\n<li>Bei einer Entfernung des Ereignisses zum Stroke Center &lt; 20 Minuten sollte das Stroke Center direkt angefahren werden, unabh\u00e4ngig von der Wahrscheinlichkeit eines LVO.<\/li>\n<li>Falls der Weg zur Stroke Unit k\u00fcrzer ist als zum Stroke Center, scheint das Drip &amp; Ship Konzept (systemische Thrombolyse im n\u00e4chstgelegenen Spital mit Behandlungsauftrag, sekund\u00e4rer Transport bei LVO ins Zentrum) ab einer Transportzeit von &gt; 20 Minuten zwischen den beiden Institutionen Sinn zu ergeben. Die Zeit in der erstversorgenden Stroke Unit von Eintritt bis Weiterverlegung (\u00abdoor-in-to-door-out time\u00bb = \u00abDIDO time\u00bb) muss so kurz wie m\u00f6glich gehalten werden (Ziel: \u00abdoor-to-needle\u00bb: 30 Min., \u00abturnaround\u00bb 20 Min: = \u00abDIDO\u00bb Ziel 50 min; max. 60 Minuten), zus\u00e4tzlich ist auch eine entsprechende Organisation im Stroke Center notwendig, um die \u00abdoor-to-groin-puncture time\u00bb so tief wie m\u00f6glich zu halten (Ziel: 30 Minuten; max. 60 Minuten).<\/li>\n<li>Fahrtwege weg vom Stroke Center und hin zu einer Stroke Unit von mehr als 10 min. sollten vermieden werden, da dieser Weg bei Verlegung ins Stroke Center nochmals gemacht werden muss.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Massnahmen_beschraenken\"><\/span>Massnahmen beschr\u00e4nken<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Sicherung der Vitalfunktionen<\/li>\n<li>Glukosegabe bei Hypoglyk\u00e4mie<\/li>\n<li>Wenn m\u00f6glich, grosslumigen ven\u00f6sen Zugang kubital anlegen \u2264 17 G\u00a0(weiss, grau oder orange)<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Unterlassen\"><\/span>Unterlassen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Keine Antithrombotika (z.B. Aspirin, Heparin und \u00e4hnliche) geben (isch\u00e4mischer und h\u00e4morrhagischer Infarkt k\u00f6nnen initial klinisch nicht unterschieden werden)<\/li>\n<li>In der Regel keine antihypertensive Behandlung (nur wenn &gt; 220 mmHg oder Organmanifestationen gem\u00e4ss interner Algorithmen<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Beachten\"><\/span>Beachten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><span class=\"tight\">Schlaganf\u00e4lle k\u00f6nnen auch im Alter &lt; 45 Jahre auftreten, selbst im Kindesalter.<\/span><\/li>\n<li>Keine Vorabkl\u00e4rungen in Institutionen durchf\u00fchren, die keinen Akutbehandlungsauftrag haben.<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Wenn m\u00f6glich Begleitperson aus der Familie f\u00fcr Fremdanamnese und allf\u00e4llig notwendige Entscheidungsfindung mitschicken oder zumindest eine Telefonnummer f\u00fcr R\u00fcckfragen notieren.<\/span><\/li>\n<li>Wenn m\u00f6glich den Ereigniszeitpunkt eruieren (oder den zuletzt symptomfreien Zeitpunkt).<\/li>\n<\/ul>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Akutbehandlung_des_ischaemischen_Schlaganfalles\"><\/span>Akutbehandlung des isch\u00e4mischen Schlaganfalles<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Indikationskriterien_fuer_eine_intravenoese_Thrombolyse_oder_eine_endovaskulaere_Revaskularisation\"><\/span>Indikationskriterien f\u00fcr eine intraven\u00f6se Thrombolyse oder eine endovaskul\u00e4re Revaskularisation<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<div class=\"textbox shaded\">\n<ul>\n<li>Klinische Diagnose eines isch\u00e4mischen Schlaganfalls<\/li>\n<li>Ausschluss einer akuten intrakraniellen Blutung im CT oder MRI<\/li>\n<li>Behinderndes Defizit zum Zeitpunkt der Untersuchung (in der Regel: NIHSS-Score \u2265 4 Punkte) u\/o Aphasie u\/o Hemianopsie<\/li>\n<li>Intervall zwischen Symptom- und Therapiebeginn 0\u20134.5 Std. f\u00fcr die intraven\u00f6se und 0\u20138 Std. f\u00fcr die endovaskul\u00e4re Behandlung<\/li>\n<li><span class=\"loose\">Bei Symptombeginn &lt; 24 Std. (inclusive \u00ablast seen well\u00bb &lt; 24 Std.), Nachweis eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses sowie vorhandener Penumbra (CT- oder MRI basiert): endovaskul\u00e4re Behandlung<\/span><\/li>\n<li>Bei Wake-up-Konstellation oder unklarem zeitlichen Beginn ohne Nachweis eines proximalen Gef\u00e4ssverschlusses, aber mit vorhandener Penumbra (MRI-\/CT basiert), intraven\u00f6se Thrombolyse innerhalb von 9 Std. vom zuletzt symptomfreien Zeitpunkt oder Mittelpunkt zwischen Zubettgehen und Entdecken der Symptome<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>Kontraindikationen f\u00fcr eine intraven\u00f6se oder intraarterielle Thrombolyse k\u00f6nnen unter <a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a> nachgesehen werden und werden in der behandelnden Klinik \u00fcberpr\u00fcft. Viele dieser Kriterien sind relativ. Das Ziel sollte in jedem Fall sein, m\u00f6glichst eine Behandlung durchzuf\u00fchren, sofern nicht klare Gr\u00fcnde dagegen sprechen.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Merkpunkte\"><\/span>Merkpunkte<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Die systemische Thrombolyse (mit rt-PA) verbessert das Outcome beim akuten isch\u00e4mischen Hirninfarkt.<\/li>\n<li>Bei proximalen Gef\u00e4ssverschl\u00fcssen bringt die Kombination der systemischen Thrombolyse mit einer endovaskul\u00e4ren Revaskularisation (Bridging) einen klaren Zusatznutzen.<\/li>\n<li>Ob allein oder in Kombination ist der Nutzen der Interventionen stark zeitabh\u00e4ngig. Zeitvorgaben: \u00abDoor to needle\u00bb: 30 Min. bzw. \u00abDoor to groin puncture\u00bb: 60 Min.<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Die Einnahme von Aspirin und\/oder Clopidogrel kontraindizieren die Thrombolyse nicht. Bei Kombination beider Substanzen muss aber mit einer erh\u00f6hten Blutungsrate gerechnet werden.<\/span><\/li>\n<li>Bei therapeutischer, oraler Antikoagulation mit einem Vit. K-Antagonisten (INR &gt; 1.7) oder einem NOAK kann bei akutem Verschluss eines proximalen Gef\u00e4sses mittels endovaskul\u00e4rer Revaskularisation behandelt werden.<\/li>\n<li>Ein fortgeschrittenes Alter (&gt; 80 Jahre) ist kein Ausschlusskriterium f\u00fcr eine Behandlung.<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Nach Thrombolyse\/endovaskul\u00e4rer Revaskularisation: keine Gabe von Antiaggregantien\/Antikoagulantien w\u00e4hrend 24 Std. bis zur Durchf\u00fchrung einer zerebralen Bildgebung zum Ausschluss einer relevanten Einblutung. Ausnahmen sind besondere Umst\u00e4nde, wie eine Dissektion, akutes Stenting extra- und intrakraniell\u00a0(individueller Entscheid).<\/span><\/li>\n<li>Falls keine Thrombolyse m\u00f6glich ist, soll die mechanische Thrombektomie als alleinige Akuttherapie erwogen werden.<\/li>\n<li>Wenn keine Thrombolyse und keine endovaskul\u00e4re Revaskularisation m\u00f6glich ist (Kontraindikation, Zeitfenster \u00fcberschritten etc.) Gabe von 250 mg Aspirin iv (alternativ 300 mg po) und Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin sc, nach der Durchf\u00fchrung einer zerebralen Bildgebung zum Blutungsausschluss.<\/li>\n<li>Bestehen Hinweise auf eine kardiale Embolie wird 24 Std. postinterventionell mit intraven\u00f6sem Heparin begonnen, initial mit 10&#8217;000 E\/24h. Im Verlauf erfolgt abh\u00e4ngig von der Infarktgr\u00f6sse<a class=\"footnote\" title=\"Zeit bis Beginn OAK: TIA: sofort; kleiner Infarkt: 3\u20135 Tage; mittelgrosser Infarkt: 5\u20137 Tage; grosser Infarkt: 14 Tage\" id=\"return-footnote-108-1\" href=\"#footnote-108-1\" aria-label=\"Footnote 1\"><sup class=\"footnote\">[1]<\/sup><\/a> eine therapeutische Antikoagulation. Ein fr\u00fcherer Beginn wird aktuell in mehreren grossen Studien untersucht und erscheint nach ersten Ergebnissen sicher zu sein.<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Die akute (revaskularisierende) Schlaganfallakutbehandlung (mechanische Thrombektomie\/systemische Thrombolyse) ist bis 24 Std. nach Symptombeginn respektive bei Wake up stroke m\u00f6glich. Die Triage muss in einem daf\u00fcr qualifizierten Spital (Stroke Unit, Stroke Center) erfolgen.<\/span><\/li>\n<li>Eine signifikante neurologische Besserung mit sekund\u00e4rer Verschlechterung ist in der Akutsituation m\u00f6glich, weshalb eine kontinuierliche \u00dcberwachung \u00fcber mindestens 24 Std. indiziert ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Probleme_in_der_akuten_und_postakuten_Phase\"><\/span>Probleme in der akuten und postakuten Phase<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<p><span class=\"tight\">In der akuten bzw. postakuten Phase k\u00f6nnen spezifische neurologische und internistische Probleme zu lebensbedrohlichen Komplikationen f\u00fchren oder durch Interaktion mit der zerebrovaskul\u00e4ren Reserve das neurologische Outcome beeintr\u00e4chtigen. Entsprechend ist die Betreuung des akuten Schlaganfallpatienten durch ein erfahrenes Behandlungsteam (Stroke Unit) mit einem besseren Outcome assoziiert.<\/span><\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Dysphagie_nach_Schlaganfall\"><\/span>Dysphagie nach Schlaganfall<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Schluckst\u00f6rungen nach Schlaganfall sind h\u00e4ufig (bis 50%).<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Wegen des Aspirationsrisikos und des Risikos der Mangelern\u00e4hrung muss systematisch nach einer Schluckst\u00f6rung gesucht (Dysphagiescreening) und allenfalls therapeutische Schritte eingeleitet werden. N\u00e4here Informationen unter: <a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Probleme_welche_die_zerebrovaskulaere_Reserve_beeintraechtigen_koennen\"><\/span>Probleme, welche die zerebrovaskul\u00e4re Reserve beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Hochgradige Stenose der A. carotis interna<\/li>\n<li>Arterielle Hypertonie und Hypotonie<\/li>\n<li>Tachy- und Bradyarrhythmie, meist i.R. eines Vorhofflimmerns<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Masseneffekt durch malignes Hirn\u00f6dem<a class=\"footnote\" title=\"Empfehlungen der schweizerischen Arbeitsgruppe: International Journal of Stroke 2009; 4:218\u2013223\" id=\"return-footnote-108-2\" href=\"#footnote-108-2\" aria-label=\"Footnote 2\"><sup class=\"footnote\">[2]<\/sup><\/a><\/h2>\n<div class=\"textbox shaded\">\n<p>Indikation f\u00fcr fr\u00fchzeitige (24\u201348 Std.) parieto-temporale Sch\u00e4deldekompression bei malignem Mediainfarkt:<\/p>\n<ul>\n<li>Alter &lt; 60 (\u201370) Jahre<\/li>\n<li>Symptombeginn vor &lt; 24 Std. (in Ausnahmef\u00e4llen auch sp\u00e4ter)<\/li>\n<li>Im CT oder MRI Infarktzeichen, die mindestens die H\u00e4lfte des Mediastromgebietes umfassen<\/li>\n<li>Mutmasslicher Wille des Patienten f\u00fcr ein aktives Vorgehen<\/li>\n<li>Keine Kontraindikationen f\u00fcr eine Operation<\/li>\n<li><span class=\"tight\">Ein erfolgloser Rekanalisationsversuch bzw. erfolglose Thrombolyse ist ein weiteres Argument f\u00fcr eine Hemikraniektomie<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"textbox shaded\">\n<p>Indikation f\u00fcr okzipitale Sch\u00e4deldekompression bei Kleinhirninfarkt, meist erg\u00e4nzt durch externe Ventrikeldrainage (EVD):<\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"tight\">Zeichen einer progressiven Druckerh\u00f6hung im Hirnstammbereich<\/span><\/li>\n<li>Radiologisch sichtbare Raumforderung<\/li>\n<li>Mutmasslicher Wille des Patienten f\u00fcr ein aktives Vorgehen<\/li>\n<li>Keine Kontraindikationen f\u00fcr eine Operation<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Seltene_Probleme\"><\/span>Seltene Probleme<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Zentrale Apnoe und Hypopnoe bei medull\u00e4ren Infarkten<\/li>\n<li>Behandlungsbed\u00fcrftiges obstruktives Schlafapnoesyndrom<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Internistische_Probleme_in_der_akuten_und_postakuten_Phase\"><\/span>Internistische Probleme in der akuten und postakuten Phase<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Bei Temp. &gt; 38.0 \u00b0C (tympanal) antipyretische Therapie (physikalisch, medikament\u00f6s [Paracetamol oder Metamizol]) einsetzen. Fokussuche (Anamnese, Blutkulturen, Thorax-R\u00f6ntgenbild <span class=\"tight\">[<\/span>Aspirationspneumonie?], Urinstatus), damit bei bakteriellem Infekt eine gezielte antibiotische Therapie zeitnah begonnen werden kann.<\/li>\n<li>Grundinfusion NaCl 0.9% oder Ringerlactat. Hypotone Infusionsl\u00f6sungen wie z.B. Glukose 5% vermeiden (Cave: Hirn\u00f6dem).<\/li>\n<li>Thromboembolieprophylaxe: bei eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t (und fehlenden Kontraindikationen) Gabe von niedermolekularem Heparin sc in prophylaktischer Dosierung. Bei Kontraindikationen intermittierende pneumatische Kompression der Beine.<\/li>\n<li>Blutzucker: engmaschige Kontrolle (Blutzuckertagesprofil) und N\u00fcchtern-Werte zwischen 5.5 und 10.0 mmol\/l anstreben.<\/li>\n<li>Rasche Wiederaufnahme der enteralen Ern\u00e4hrung (bei Thrombolyse fr\u00fchestens am n\u00e4chsten Tag), bei Dysphagie mittels nasogastraler Sonde. Parenterale Ern\u00e4hrung nur in Ausnahmef\u00e4llen.<\/li>\n<li>Sauerstoffgabe: Sauerstoffs\u00e4ttigungs-Ziel &gt;\u00a092%.<\/li>\n<li>Blutdruck: Vor Beginn der Thrombolyse sind Werte von 185\/110 mmHg, in den ersten 24 Stunden danach \u2264 180\/105 mmHg anzustreben, aber schnelle Blutdruckabf\u00e4lle um &gt; 20% des Ausgangswertes zu vermeiden. Ohne medikament\u00f6se oder mechanische Rekanalisation wird eine akute Behandlungsbed\u00fcrftigkeit erst bei persistierenden Werten &gt; 200\/120 mmHg resp. Organmanifestationen (kardiale Isch\u00e4mie, Herzinsuffzienz, Aortendissektion, hypertensive Enzephalopathie, Eklampsie) angenommen. Bei LVO, Blutdruck vor Wiederer\u00f6ffnung \u00fcber 140\/90 mmHg halten, anschliessend darunter. Vorsichtiger (Wieder-) Beginn der antihypertensiven Therapie nach 24- 72 Std.<\/li>\n<li>Die Blutdruckuntergrenze richtet sich nach dem klinischen Bild, als Faustregel gilt &gt; 120 mmHg systolisch. Symptomatische Hypotonien prim\u00e4r mit Volumengabe (NaCl 0.9% iv) behandeln.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Transitorische_Ischaemische_Attacke_TIA\"><\/span>Transitorische Isch\u00e4mische Attacke (TIA)<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<p>Die transitorische isch\u00e4mische Attacke (TIA) wird als neurologischer Notfall angesehen, da das Risiko, einen schweren Schlaganfall zu erleiden innerhalb der ersten 48 Std. bei bis zu 12% liegt. Deshalb m\u00fcssen unter den TIA-Patienten die Hochrisiko-Patienten rasch identifiziert werden. Als solche gelten alle mit einem ABCD<sup>3<\/sup>&#8211; resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score von 4 Punkten und mehr. Dabei beinhaltet der bessere und bei uns angewendete ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score zus\u00e4tzlich den m\u00f6glichen Nachweis einer ipsilateralen Stenose von mehr als 50% (CTA oder Doppler-\/Duplexsonografie) und einer DWI-L\u00e4sion. Abh\u00e4ngig von der Einsch\u00e4tzung des Rezidivrisikos und der Latenz nach der TIA, der Risikokonstellation und den lokal verf\u00fcgbaren Ressourcen soll der Entscheid f\u00fcr eine rasche ambulante oder station\u00e4re Abkl\u00e4rung gef\u00e4llt werden. Durch eine rasche Abkl\u00e4rung und Behandlung k\u00f6nnen ca. 80% der Rezidive verhindert werden.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Risikoeinschaetzung_anhand_des_ABCD3%E2%80%93_und_ABCD3-I-Score\"><\/span>Risikoeinsch\u00e4tzung anhand des ABCD<sup>3<\/sup>&#8211; und ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<table class=\"flex\" style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\">\n<caption>Wenn die Kriterien nicht zutreffen, werden 0 Punkte vergeben. NA = nicht zutreffend<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\"><\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">ABCD<sup>3<\/sup>-Score<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score<\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Alter<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\">\u2265 60 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Blutdruck<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\">\u2265 140\/90 mmHg<\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Klinische Faktoren<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\">\n<p class=\"tippy-363\">Sprachst\u00f6rung <strong>ohne<\/strong> bzw.<\/p>\n<p><strong>mit<\/strong> halbseitige Schw\u00e4che<\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/p>\n<p>2<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/p>\n<p>2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Dauer<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\">10\u201359 Minuten<\/p>\n<p>\u2265 60 Minuten<\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/p>\n<p>2<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/p>\n<p>2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Diabetes mellitus<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Vorangegangene TIA in den letzten 7 Tagen<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">1<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">Ipsilaterale \u2265 50%ige Stenose der A. carotis interna<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">NA<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\">DWI-L\u00e4sion im MRT<\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\">NA<\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 33.0965%\"><strong>Summe<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 35.8527%\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.3867%\"><strong>0\u20139<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 14.6641%\"><strong>0\u201313<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<figure id=\"attachment_107\" aria-describedby=\"caption-attachment-107\" style=\"width: 2031px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-106 size-full\" src=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166.jpg\" alt=\"\" width=\"2031\" height=\"2411\" srcset=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166.jpg 2031w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-253x300.jpg 253w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-863x1024.jpg 863w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-768x912.jpg 768w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-1294x1536.jpg 1294w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-1725x2048.jpg 1725w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-65x77.jpg 65w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-225x267.jpg 225w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2020\/09\/13_schlaganfall_und_TIA_600_s166-350x415.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 2031px) 100vw, 2031px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-107\" class=\"wp-caption-text\"><sup>1<\/sup> CT-Angio (extra- und intrakraniell) oder Duplexsonografie der hirnzuf\u00fchrenden Gef\u00e4sse (extra- und transkraniell). Notfall-MRI innerhalb von 24 Std., nicht zwingend am gleichen Tag und nur, wenn ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score 0\u20133 <br \/><sup>2<\/sup> ABCD<sup>3<\/sup> resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score &gt; 4 Punkte <br \/><sup>3<\/sup> Co-Morbidit\u00e4ten beachten wie Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris<br \/><sup>4<\/sup> Der Entscheid, ob der Patient auf die NIPS aufgenommen wird, kann der entsprechenden Indikationsliste entnommen werden. Bei TIAs sind dies: ABCD<sup>3<\/sup> resp. ABCD<sup>3<\/sup>-I-Score &gt; 4 Punkte, Vorhofflimmern, andere schwere Co-Morbidit\u00e4ten<\/figcaption><\/figure>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sekundaerpraevention_nach_SchlaganfallTIA\"><\/span>Sekund\u00e4rpr\u00e4vention nach Schlaganfall\/TIA<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Pharmakotherapie\"><\/span>Pharmakotherapie<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Antithrombotische_Behandlung\"><\/span>Antithrombotische Behandlung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>In der Regel Aspirin 300 mg\/Tag f\u00fcr 7 Tage, danach 100 mg\/Tag<\/li>\n<li>Bei TIA mit mindestens m\u00e4ssigem Risiko f\u00fcr einen isch\u00e4mischen Hirninfarkt (ABCD2-Score \u2265 4 Punkte) oder leichtem Schlaganfall (NIHSS \u2264 5) vor nicht mehr als 24h, vor\u00fcbergehend (3 Wochen) duale Thrombozytenaggregationshemmung mit Aspirin 100 mg\/Tag + Clopidogrel 75 mg\/Tag (initiale Aufs\u00e4ttigungsdosis Clopidogrel: 300mg; nicht nach Akuttherapie)<\/li>\n<li>In ausgew\u00e4hlten F\u00e4llen mit sehr hohem Schlaganfallrezidivrisiko (hochgradige intra-\/extrakranielle Stenose, ulzerierte Plaque, positives Embolie-Monitoring in der Dopplersonografie unter Aspirin): Aspirin 100 mg\/Tag + Clopidogrel 75 mg\/Tag (initiale Aufs\u00e4ttigungsdosis Clopidogrel 300mg) f\u00fcr maximal 3 Monate<\/li>\n<li>Extrakranielle Gef\u00e4ssdissektion (3\u20136 Monate): Aspirin 100 mg\/Tag oder orale Antikoagulation mit <span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon<\/span> (Marcoumar [Ziel-INR 2\u20133])<\/li>\n<li>Eine doppelte Thrombozytenaggregationshemmung von &gt; 3 Monaten ist aus rein neurologischer Sicht nicht indiziert, da das Blutungsrisiko den sekund\u00e4rprophylaktischen Nutzen \u00fcberwiegt.<\/li>\n<li>Bei Therapieversagen Wirksamkeit der Thrombozytenaggregationshemmer durch den Multiplate-Test in vitro pr\u00fcfen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Behandlung_mit_Antikoagulantien\"><\/span>Behandlung mit Antikoagulantien<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Indikation zur oralen Antikoagulation (OAK)<a class=\"footnote\" title=\"Bei akutem Territorialinfarkt volle Antikoagulation nur in Ausnahmef\u00e4llen (Gef\u00e4ssdissektion, Sinus-\/Hirnvenenthrombose, linksventr. Thrombus, flottierender Thrombus in der ACI) zu erw\u00e4gen. Ansonsten in den ersten 7 Tagen keine therapeutische Verl\u00e4ngerung der PTT\/PiCT anstreben.\" id=\"return-footnote-108-3\" href=\"#footnote-108-3\" aria-label=\"Footnote 3\"><sup class=\"footnote\">[3]<\/sup><\/a>:<\/p>\n<ul>\n<li>Kardiale Emboliequelle:\n<ul>\n<li>Vorhofflimmern: siehe entsprechendes Kapitel <a class=\"pag\" href=\"#VHFL\">Seite <\/a>\n<ul data-flite-list-id=\"flite-list-9114\">\n<li><span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>Klassifizierung valvul\u00e4r vs. nicht-valvul\u00e4r\u00bb<span class=\"loose\"><a class=\"footnote\" title=\"NOAKs sind bei valvul\u00e4rem Vorhofflimmern kontraindiziert.\" id=\"return-footnote-108-4\" href=\"#footnote-108-4\" aria-label=\"Footnote 4\"><sup class=\"footnote\">[4]<\/sup><\/a><\/span> siehe <a class=\"pag\" href=\"#VHFLimKlassefizierung\">Seite<\/a><\/li>\n<li><span class=\"tippy-13\">Nicht-valvul\u00e4res Vorhofflimmern: <\/span> gem\u00e4ss <span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>CHA<sub>2<\/sub>DS<sub>2<\/sub>-VASc Score\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#CHA-Score\">Seite<\/a> und <span class=\"tippy-13\">\u00ab<\/span>HAS-BLED Score\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#HAS-BLED-Score\">Seite<\/a><\/li>\n<li>Bei Vorhofflimmern und Koronarer Herzkrankheit: siehe \u00abVorgehen bei Indikation f\u00fcr Thrombozytenaggregationshemmer und OAK\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#Vorgehen\">Seite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Mechanische und biologische Herzklappen<a class=\"footnote\" title=\"NOAKs sind bei mechanischen Klappen kontraindiziert. Bei isch\u00e4mischem Schlaganfall\/TIA trotz ad\u00e4quater OAK, Zugabe von 100 mg Aspirin\/Tag, falls kein hohes Blutungsrisiko vorliegt.\" id=\"return-footnote-108-5\" href=\"#footnote-108-5\" aria-label=\"Footnote 5\"><sup class=\"footnote\">[5]<\/sup><\/a>: siehe Kapitel Valvul\u00e4re Herzerkrankung \u00abFollow-up\u00bb <a class=\"pag\" href=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/chapter\/valvulaere-herzerkrankungen#VHEFollowupKlappenerkrankungen\">Seite<\/a>.<\/li>\n<li>Linksventrikul\u00e4rer Thrombus: Vitamin K-Antagonist (i.d.R. <span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon <span class=\"tight\">[<\/span>Marcoumar<\/span>]\u00a0<span class=\"tight\"><span class=\"tight\">Ziel-INR: 2\u20133) oder ggf. NOAK f\u00fcr mind. 3 Monate<a class=\"footnote\" title=\"Dauer abh\u00e4ngig vom echokardiografischen Verlauf\" id=\"return-footnote-108-6\" href=\"#footnote-108-6\" aria-label=\"Footnote 6\"><sup class=\"footnote\">[6]<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li>Akutes Koronarsyndrom mit Herzwandaneurysma mit\/ohne Nachweis eines linksventr. Thrombus: siehe Kapitel ACS \u00abAntithrombotische Therapie bei PCI und Indikation einer OAK\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#Antithrombotisch\">Seite<\/a> in R\u00fccksprache mit dem behandelnden Kardiologen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Sinus-\/Hirnvenenthrombose: Vitamin K-Antagonist (i.d.R. <span data-flite-cid=\"37\" data-username=\"nina.eppinger@kssg.ch\" data-userid=\"146\" data-flite-marked=\"1\" data-changedata=\"\" data-time=\"1614814592739\" data-last-change-time=\"1675285384626\"><span class=\"tippy-8\">Phenprocoumon<\/span> <span class=\"tippy-8\"><span class=\"tight\">[<\/span>Marcoumar<\/span>] mit Ziel-INR: 2\u20133) f\u00fcr 3-6 Monate<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Empfehlungen_fuer_die_Behandlung_der_arteriellen_Hypertonie\"><\/span>Empfehlungen f\u00fcr die Behandlung der arteriellen Hypertonie<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Blutdruck-Ziel &lt; 130\/80 mmHg niedriger, falls gut toleriert.<\/li>\n<li>ACE-Hemmer in Kombination mit thiazid\u00e4hnlichen Diuretika sind erste Wahl. Alternativ Kalziumantagonisten und Angiotensin-Rezeptor-Blocker. Keine Kombination von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blocker und Reninhemmern. Betablocker geh\u00f6ren in dieser Situation nicht zu den Antihypertensiva der ersten Wahl. Die Auswahl des Medikamentes muss den Begleiterkrankungen (KHK, PAVK, D.m., Niereninsuffizienz) angepasst werden.<\/li>\n<li>Gewichtsreduktion, k\u00f6rperliches Training, mediterrane Ern\u00e4hrung und Einschr\u00e4nkung des Alkoholkonsums helfen bei der Blutdrucksenkung und sollten die medikament\u00f6se Therapie erg\u00e4nzen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Empfehlungen_fuer_die_medikamentoese_Lipidsenkung\"><\/span>Empfehlungen f\u00fcr die medikament\u00f6se Lipidsenkung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Bei Patienten mit isch\u00e4mischem Hirninfarkt ist eine Therapie mit einem potenten Lipidsenker (Statin) unabh\u00e4ngig von den Ausgangswerten indiziert. Zielwert LDL &lt; 1.8 mmol\/l (&lt; 1.4 mmol\/l bei Makroangiopathie)<\/li>\n<\/ul>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Hochgradige_Karotisstenose\"><\/span>Hochgradige Karotisstenose<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<ul>\n<li>Bei hochgradigen, symptomatischen Karotisstenosen (&gt; 70% [distaler Stenosegrad\/NASCET]) ist ein Stenting oder eine Endarteriektomie indiziert.<\/li>\n<li>Der Nutzen der invasiven Therapie nimmt mit progredientem Stenosegrad zu. Er ist geringer bei einem Stenosegrad zwischen 50 und 70%, bei Frauen und wenn der Eingriff mehr als 12. Wochen nach dem Ereignis durchgef\u00fchrt wird.<\/li>\n<li>Der Zeitraum zwischen Ereignis und invasiver Therapie sollte mit Thrombozytenaggregationshemmern \u00fcberbr\u00fcckt werden. Ist eine Stenose unter einem Thrombozytenaggregationshemmer symptomatisch geworden, empfiehlt sich die Kombination von Aspirin 100 mg\/Tag mit Clopidogrel 75 mg\/Tag bis zur Operation. Danach Aspirin 100 mg\/Tag. Zudem sollte bis zum Eingriff ein hochpotentes und hochdosiertes Statin (z.B. Atorvastatin 80 mg\/Tag) verabreicht werden. Wird prim\u00e4r ein Stenting erwogen, soll mindestens eine Woche vorher eine Kombination von Aspirin 100 mg\/Tag mit Clopidogrel 75 mg\/Tag durchgef\u00fchrt und das Ansprechen 1 Tag vor dem Eingriff mittels Multiplate-Tests \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/li>\n<li>Die Karotisangioplastie mit Stenteinlage hat im Vergleich zur operativen Therapie in Bezug auf das periprozedurale Risiko bei der Behandlung symptomatischer Karotisstenosen ein leicht erh\u00f6htes Kurzzeitrisiko (insbesondere bei Patienten &gt; 70 Jahre).<\/li>\n<li>Bei unter 70-J\u00e4hrigen ist das periprozedurale Risiko des Stentings vergleichbar mit demjenigen der Endarterektomie.<\/li>\n<li>Die Langzeitergebnisse (10 Jahre) bez\u00fcglich Schlaganfall und Restenoserate sind f\u00fcr beide Verfahren vergleichbar.<\/li>\n<li>Die Karotisendarterektomie ist derzeit die Therapie der ersten Wahl bei Patienten \u00fcber 70 Jahre. Bis 70 Jahre sind beide Verfahren als gleichwertig einzustufen. Ein Stenting ist Therapie der Wahl bei Patienten mit Rezidivstenose nach TEA, hochgradiger Stenose nach Strahlentherapie, kontralateralem Verschluss oder hoch sitzender Bifurkation und einer chirurgischen Intervention schwer zug\u00e4nglichen Stenose sowie bei Hochrisikopatienten.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Persistierendes_Foramen_ovale_PFO\"><\/span>Persistierendes Foramen ovale, PFO<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<p><strong>Entscheidungsbaum PFO-Verschluss <\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_107\" aria-describedby=\"caption-attachment-107\" style=\"width: 2031px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-107 size-full\" src=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222.jpg\" alt=\"\" width=\"2031\" height=\"1252\" srcset=\"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222.jpg 2031w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-300x185.jpg 300w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-1024x631.jpg 1024w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-768x473.jpg 768w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-1536x947.jpg 1536w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-65x40.jpg 65w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-225x139.jpg 225w, https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-content\/uploads\/sites\/30\/2022\/09\/ischaemischer_schlaganfall_unterkapitel_PFO_version_600_20210222-350x216.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 2031px) 100vw, 2031px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-107\" class=\"wp-caption-text\">*Sofern technisch m\u00f6glich und Einwilligung (\u00abshared decision making\u00bb) des Patienten vorliegend; immer medikament\u00f6se Sekund\u00e4rprophylaxe (Thrombozytenaggregationshemmer); <br \/>**ASCOD = Ph\u00e4notypisierung des isch\u00e4mischen Schlaganfalles (A: Makroangiopathie, S: Mikroangiopathie, C: kardiale Pathologie, O: andere Ursachen, D: Dissektion (Amarenco, et al. Cerebrovasc Dis 2013;36:1-5)<\/figcaption><\/figure>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"PFO-Verschluss\"><\/span>PFO-Verschluss<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Empfehlung f\u00fcr\/gegen einen PFO-Verschluss ist stets ein individueller Entscheid im interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquium und nach sorgf\u00e4ltiger \u00e4tiologischer Abkl\u00e4rung:<\/p>\n<ul>\n<li>MRI Neurokranium: Infarktmuster embolisch versus lakun\u00e4r?<\/li>\n<li>Darstellung der hirnversorgenden Gef\u00e4sse (CT-Angiografie und\/oder MR-Angiografie und\/oder Doppler\/Duplexsonografie der extrakraniellen hirnversorgenden Gef\u00e4sse)<\/li>\n<li>Transthorakale Echokardiografie: Suche nach kardialer Emboliequelle. Insb. bei &lt; 60 J\u00e4hrigen: Frage nach Shunt \/ PFO, bei unklarem Befund transkranieller Doppler (\u00abBubble-Test\u00bb)<\/li>\n<li>7d-Holter-EKG (30d-Holter bzw. implantierbarer Rhythmusrecorder bei entsprechendem Risikoprofil siehe Richtlinien Neurologie KSSG <span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a><\/span>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der <strong>RoPE-Score<\/strong> erlaubt es, bei Patienten mit \u00e4tiologisch ungekl\u00e4rtem Schlaganfall und PFO die Wahrscheinlichkeit eines inzidentellen versus eines pathogenen PFO abzusch\u00e4tzen. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass ein RoPE-Score von <strong>\u2265 6 auf ein pathogenes PFO hinweisend<\/strong> ist.<\/p>\n<table>\n<caption>Kent, et al. Trials 2011;12:185; Kent, et al. Neurology 2013;81:619\u2013625.<\/caption>\n<tbody>\n<tr class=\"shaded\">\n<td>RoPE-Score<\/td>\n<td>Punkte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Keine arterielle Hypertonie<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kein Diabetes<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kein(e) Stroke\/TIA in der Vorgeschichte<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nichtraucher<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kortikaler Infarkt (CT\/MRI)<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter 18\u201329 Jahre<\/td>\n<td>5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter 30\u201339 Jahre<\/td>\n<td>4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter 40\u201349 Jahre<\/td>\n<td>3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter 50\u201359 Jahre<\/td>\n<td>2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter 60\u201369 Jahre<\/td>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Alter \u2265 70 Jahre<\/td>\n<td>0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Total<\/strong><\/td>\n<td><strong>10<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<hr \/>\n<p>Folgende <strong>Kriterien in der Echokardiografie<\/strong> (transthorakale und \u00f6esophageale Untersuchung) sprechen f\u00fcr eine <strong>Hochrisikokonstellation (\u00abHochrisiko-PFO\u00bb)<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Hypermobiles interatriales Septum \/ Vorhofseptum-Aneurysma<\/li>\n<li>Grosser Rechts-Links-Shunt (\u00dcbertritt &gt; 30 Microbubbles\u00a0innerhalb von 3 Herzzyklen)<\/li>\n<li>PFO-Durchmesser \u2265 2 mm<\/li>\n<li>Ausgepr\u00e4gte Eustachische Klappe oder Chiari-Netzwerk<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"textbox shaded\">Im Falle eines Rezidivs ist eine erneute \u00e4tiologische Abkl\u00e4rung indiziert.<\/div>\n<h2>Medikament\u00f6se Behandlung nach interventionellem PFO-Verschluss mittels Device <a class=\"footnote\" title=\"Prozedere wird im KSSG im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquiums festgelegt\" id=\"return-footnote-108-7\" href=\"#footnote-108-7\" aria-label=\"Footnote 7\"><sup class=\"footnote\">[7]<\/sup><\/a><\/h2>\n<ul>\n<li>Vaskul\u00e4re Risikofaktoren sind unabh\u00e4ngig von einem etwaigen PFO-Verschluss gem\u00e4ss der \u00fcblichen Risikostratifizierung zu therapieren.<\/li>\n<li class=\"tippy-16\">Eine Thrombozytenaggregationshemmung ist in der Regel unabh\u00e4ngig vom Entscheid f\u00fcr einen PFO-Verschluss dauerhaft indiziert (als Einzelfallentscheid ggf. alternativ OAK (NOAK), insb. wenn kein Verschluss und\/oder bei Rezidiv).<\/li>\n<li>Nach einem PFO-Verschluss bedarf es einer mindestens dreimonatigen dualen Thrombozytenaggregationshemmung.<\/li>\n<li>Bei Verschluss mittels Device ist eine Endokarditis-Prophylaxe (orange) f\u00fcr 6 Monate nach PFO-Verschluss zwingend indiziert.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Periinterventionelles_Management_bei_Patienten_nach_ischaemischem_Schlaganfall_unter_oraler_Antikoagulation_OAK\"><\/span>Periinterventionelles Management bei Patienten nach isch\u00e4mischem Schlaganfall unter oraler Antikoagulation (OAK)<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Siehe Kapitel \u00abPeriinterventionelles Management unter gerinnungshemmender Medikation\u00bb <a class=\"pag\" href=\"#PeriiMgmt\">Seite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h1><span class=\"ez-toc-section\" id=\"QuellenLinks\"><\/span>Quellen\/Links<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h1>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kssg.ch\/stroke\">www.strokeunit.kssg.ch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.guidelines.ch\/\">www.guidelines.ch<\/a> (Richtlinien Ostschweizer Schlaganfallnetzwerk)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.neurovasc.ch\/\">www.neurovasc.ch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/eso-stroke.org\/\">www.eso-stroke.org<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.awmf.org\/fachgesellschaften\/deutsche-schlaganfall-gesellschaft-e-v-dsg\">https:\/\/www.awmf.org\/fachgesellschaften\/deutsche-schlaganfall-gesellschaft-e-v-dsg<\/a><\/li>\n<li><span class=\"tight\"><a href=\"https:\/\/www.stroke.org\">www.stroke.org<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Jochen Vehoff<br \/>\nPD Dr. Georg K\u00e4gi<br \/>\nDr. Sebastian Kopp<br \/>\nDr. Gian-Reto Kleger<br \/>\nDr. Elke Schmidt<\/p>\n<hr class=\"before-footnotes clear\" \/><div class=\"footnotes\"><ol><li id=\"footnote-108-1\">Zeit bis Beginn OAK: TIA: sofort; kleiner Infarkt: 3\u20135 Tage; mittelgrosser Infarkt: 5\u20137 Tage; grosser Infarkt: 14 Tage <a href=\"#return-footnote-108-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-2\">Empfehlungen der schweizerischen Arbeitsgruppe: International Journal of Stroke 2009; 4:218\u2013223 <a href=\"#return-footnote-108-2\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 2\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-3\">Bei akutem Territorialinfarkt volle Antikoagulation nur in Ausnahmef\u00e4llen (Gef\u00e4ssdissektion, Sinus-\/Hirnvenenthrombose, linksventr. Thrombus, flottierender Thrombus in der ACI) zu erw\u00e4gen. Ansonsten in den ersten 7 Tagen keine therapeutische Verl\u00e4ngerung der PTT\/PiCT anstreben. <a href=\"#return-footnote-108-3\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 3\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-4\">NOAKs sind bei valvul\u00e4rem Vorhofflimmern kontraindiziert. <a href=\"#return-footnote-108-4\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 4\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-5\"><span class=\"tippy-165\">NOAKs sind bei mechanischen Klappen kontraindiziert. <\/span>Bei isch\u00e4mischem Schlaganfall\/TIA trotz ad\u00e4quater OAK, Zugabe von 100 mg Aspirin\/Tag, falls kein hohes Blutungsrisiko vorliegt. <a href=\"#return-footnote-108-5\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 5\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-6\"><span class=\"tight\"><span class=\"tight\">Dauer abh\u00e4ngig vom echokardiografischen Verlauf <a href=\"#return-footnote-108-6\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 6\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-108-7\">Prozedere wird im KSSG im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren PFO-Kolloquiums festgelegt <a href=\"#return-footnote-108-7\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 7\">&crarr;<\/a><\/li><\/ol><\/div>","protected":false},"author":1,"menu_order":17,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"Isch\u00e4mischer Schlaganfall und TIA","pb_subtitle":"","pb_authors":["autorenteam-kantonsspital-st-gallen"],"pb_section_license":"cc-by"},"chapter-type":[],"contributor":[61],"license":[54],"class_list":["post-108","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","contributor-autorenteam-kantonsspital-st-gallen","license-cc-by"],"part":20,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":45,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/108\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1573,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/108\/revisions\/1573"}],"part":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/20"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/108\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=108"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=108"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/pressbooks.delivros.ch\/kvmanual2023\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}